Gestern war ein ereignisreicher Tag. Es war schon Abend und ich schrieb den Text für meinen ersten Tag der Jahres-Challenge. Plötzlich purzelte etwas auf den Sonnenschirm und dann auf den Boden. Ich hatte so eine dumpfe Vermutung, dass es etwas Lebendiges wäre. Meine Hündin Lilly entdeckte den kleinen Springer sofort. Ich nannte ihn Pablo.

Zuerst bemühte ich mich ihn nicht zu berühren, damit er meinen Geruch nicht aufnimmt, sollte er doch noch von seiner Familie aufgenommen werden. Wir haben nach seinem Nest gesucht, leider blieben wir dabei erfolglos. Wir legten ihn behutsam in ein Körbchen und warteten eine Weile. Mir war jedoch nicht wohl bei dem Gedanken ihn so hilflos zurückzulassen. So habe ich eine Auffangstation für Wildtiere kontaktiert. Die Dame am Telefon meinte ich solle ihn warmhalten, denn seine Körpertemperatur würde sehr schnell fallen und das wäre der sichere Tod. Ich legte den kleinen Pablo in meine Hand und schütze ihn vor Wind mit der anderen.

Da wir nicht wissen, ob es noch weitere Leben gibt, gehe ich davon aus, dass es für alle Lebewesen nur dieses eine gibt. So dachte ich mir, soll dieser kleine Fratz die Chance bekommen frech durch die Lüfte zu fliegen, wie es kleine Spatzen so tun.

Wir haben den kleinen Pablo einer netten Dame in einer Aufzuchtstation überlassen. Heute erfuhren wir, dass er die Nacht gut überstanden hat und lautstark auf sich aufmerksam macht. Erst nach ca. zwei Wochen kann man sicher bestätigen, dass er überleben wird. Ich hoffe, er ist tatsächlich ein kleiner Kämpfer und vielleicht, wer weiß, wird er eines Tages mit anderen Spatzen durch die Lüfte fliegen.

Anmerkung: Bevor man sich dafür entscheidet in die Natur einzugreifen, sollte man sich vorher gut beraten lassen oder im Internet informieren und alle Optionen durchgehen, sodass das Tier beste Chancen hat zu überleben. In manchen Fällen zB. Ästlinge, Jungvögel die schon erste Federn haben und aus dem Nest hüpfen, werden von den Vogeleltern weiterversorgt. 

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