Wir wollen immer unser Bestes geben. Doch entscheidend dabei ist, geben wir unser Bestes um jemanden zu gefallen oder machen wir es, weil es uns glücklich macht? Und was bedeutet es, sein Bestes zu geben? Der Autor Don Miguel Ruiz beschreibt es in seinem Buch „The Four Agreements“ unter anderem so:

„Doing your best is taking the action, because you love it, not because you expecting a reward.“ Don Miguel Ruiz

Das ist ein wesentlicher Aspekt, der durch die Versuchungen der bunten Welt der Medien schnell an Bedeutsamkeit verlieren kann. Hinter den Kulissen, merkt man, dass die moderne Yoga-Welt auch ihre Schattenseiten hat. Kritisiert wird häufig die Inszenierung von gutaussenden Yoga-Posen, die gerne auch mal sexy sind und so die Likes anziehen wie Magneten.

Mich persönlich stört es nicht, denn ich verstehe, jeder möchte sich von seiner besten Seite zeigen. Würde ich einen Spagat können, dann würde ich es vermutlich auch zeigen. Aber so wie es scheint, erzeugt es bei manchen einen Leistungsdruck und dadurch kann das Gespür um die eigenen körperlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse verloren gehen. Das wäre sehr schade, denn das ginge an der Idee vom Yoga gänzlich vorbei.

Nein ich kann keinen Spagat

Als ich kürzlich erzählte, dass ich eine Yoga Lehrer Ausbildung mache, wurde ich gefragt ob ich denn einen Handstand oder Spagat kann. Nö, ich bin weit davon entfernt. Glücklicherweise weiß ich auch, dass nicht jeder Körper dafür gemacht ist und ein Spagat macht mich nicht zu einer besseren Yoga Lehrerin. Das zeigt aber auch wie Yoga von außen wahrgenommen wird, nämlich dass es nur etwas für Akrobaten oder Schlangenmenschen ist. Yoga ist hervorragend um sich körperlich auszutoben, aber das ist nur ein Teilaspekt und im Prinzip ist Yoga für alle da.

Obwohl mir das alles bewusst ist, schaffte ich es doch, dass mein Körper rebellierte. Als ich erfahren hatte, dass ich beim Yoga Teacher Training dabei war, machte ich diszipliniert jeden Tag meine Yoga-Praxis, denn ich war nicht annähernd so weit wie die anderen Mädels. Es war eine spannende und schöne Zeit für mich, denn ich machte Fortschritte und wurde immer stärker und beweglicher. Ich fühlte mich in meinem Körper wohl und empfand Wertschätzung und Dankbarkeit.

Doch nach und nach fühlte ich mich immer schwächer und die anfängliche Flexibilität lies nach. Hinzu kamen Rückschmerzen. Das war nichts Neues für mich, denn ich hatte sehr lange Zeit Rückprobleme aufgrund vom vielen Sitzen und Stress.

Ich lies mich untersuchen und ging zu Shiatsu-Behandlungen. Im Endeffekt habe ich noch keine konkrete Diagnose. Fakt ist, ich habe wie fast jeder zweite Mensch Fehlhaltungen, Skoliose und Muskelverspannungen, doch ich denke die Ursache für meine Schmerzen ist, dass ich meinem Körper zu viel zugemutet hatte. Jetzt habe ich den Käse. Obwohl ich ihn nicht wollte.

„Your best is going to change from moment to moment; it will be different when you are healthy as opposed to sick.“ Don Miguel Ruiz

Ich glaube nicht, dass ich es hätte verhindern können und darum geht es mir auch garnicht. Die Schmerzen machen mir das Leben nicht leichter, aber ich will mich nicht darüber ärgern. Wenn wir etwas falsch machen, ob nun gewollt oder ungewollt, dann können wir es nicht mehr ungeschehen machen, aber wir können etwas über uns selbst lernen.

„I do my best to fulfill the needs of my body.“ Don Miguel Ruiz

Schmerz, ob nun körperlich oder psychisch, hatte bei mir schon oft einen Wandel im Denken und Handeln herbeigeführt und dadurch wurde mein Leben besser.

Körper, Geist & Seele?

Man hört ja immer Yoga ist viel mehr als Gymnastik, doch was bedeutet das? Neben den unterschiedlichen Ritualen und Philosophien, habe ich für mich entdeckt, dass die Arbeit mit dem Körper dabei hilft die verschiedensten Facetten meines Lebens zu erforschen. Die Bedeutung von: verbinde deinen Körper, Geist und Seele, hatte ich erst mit dem Teacher Training verstanden.

So kann es passieren, dass mein Geist vielleicht schon viel weiter in seiner Vorstellung ist und sich hohe Ziele setzt und dafür braucht mein Körper einfach mehr Zeit. Und wenn es mal nicht so gut läuft, auch und gerade dann sollte man für den persönlichen Wachstum offen sein.

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