Im Laufe des Abends ergab sich eine hitzige Diskussion über die richtige Art zu leben. Meine Gesprächspartnerin im mittleren Alter ist davon überzeugt, dass man bestimmte Wünsche für ein sicheres Leben aufgeben müsste. Sie sagte:

„Ich hatte mir auch immer ein kreatives Leben gewünscht, aber ich musste es aufgeben.“

Die Wortwahl aufgeben spricht dafür, dass es etwas in ihrem Leben gibt, das sie nicht leben durfte und das aus heutiger Sicht scheinbar endgültig vorbei wäre.

Warum müssen Lebenskonzepte so starr sein? Wenn man sein Leben nach materiellen Zielen und einem hohen Lebensstandard ausrichtet, dann bleibt wenig Raum für die individuellen Bedürfnisse.

Wie sieht eine erfolgreiche Familie in unserer Gesellschaft aus? Haus mit Pool, ein bis zwei Kinder, ein tolles Auto, regelmäßige All-inclusive-Reisen und so weiter. Das Gesamtbild wirkt nach außen stimmig.

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Spieglein, spieglein …

Wenn man das Gefühl hat, man hätte im Leben etwas aufgegeben oder verpasst, dann sollte man kurz innehalten, bevor es zu spät wird. Wenn wir so ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber unseren Partnern und Kindern haben, dann frage ich mich, welche Werte wollen wir diesen Menschen vermitteln? Die Fähigkeit materielle Ziele zu erreichen, mit der Konsequenz, dass man Wünschen keine Chance mehr gibt, oder die Fähigkeit ein erfülltes Leben in der Gemeinschaft zu führen, ohne dass man sich selbst völlig aufgibt?

Ab und an, davon bin ich überzeugt, sollte man tiefer in den Spiegel blicken und neben dem Betrachten der Oberfläche, sich selbst ehrlich fragen: Wer bin ich? Bin ich glücklich? Finde ich Erfüllung in dem was ich tue? Wenn heute mein letzter Tag wäre, wäre ich zufrieden mit meinem Leben?

Es ist nie zu spät etwas für sich selbst und die Lieben zu tun. Gesellschaftliche Konventionen verändern sich auch stetig mit der Zeit. Erwartungen der Gesellschaft werden wir nie erfüllen können. Warum legen wir den Fokus dann nicht einfach gemeinsam mit Familie und Freunden auf die eigentlichen Bedürfnisse und Wünsche?

 

freisein

Der Kreativität Raum geben

Ich habe sehr lange gebraucht bis ich erkannt habe, dass der Drang nach künstlerischem Ausdruck eine Notwendigkeit für mich ist. Ich habe meine Aus- und Weiterbildung danach ausgerichtet Gestalterin und Künstlerin zu werden. Dennoch hatte ich ständig meine Fähigkeiten hinterfragt und war nie zufrieden mit meiner Arbeit. Dabei habe ich mich selbst sabotiert und irgendwann die Kreativität hinten angestellt. Ich hatte den einfachen Weg gewählt.

Das Problem ist jedoch, dass dieser Wunsch oder der Drang nicht einfach so verpufft. Wenn ein Bedürfnis da ist, dann sollte man diesem Aufmerksamkeit widmen. Vermeidung erschafft einen Konflikt und dieser hat wiederum großen Einfluss auf uns. Er kann krank machen.

 

Tänzerin

Die Bühne der Wünsche

Ich habe mich dafür entschieden mir selbst zu vertrauen und meinen Bedürfnissen mehr Raum zu geben. Beispiel: Als Kind hatte ich nicht die Möglichkeit einen Ballet-Kurs zu machen. Habe ich etwas verpasst? Nein, ich mache ihn heute, um zu erfahren, wie sich Ballet anfühlt.

In meiner Ausbildung zur Mediendesignerin, dachte ich, dass es damals mit 25 Jahren zu spät wäre zeichnen zu lernen. Darf ich deswegen heute nicht mehr zeichnen? Nein, ich lerne es um zu erfahren, wie sich Zeichnen, also eine weitere Dimension der Kommunikation, anfühlt.

Na gut, ich habe heute weniger Zeit, als in meiner Kindheit, aber ich selbst kann entscheiden, wie ich meine Lebenszeit einsetze.

Rebel Year?!

Jedes Jahr nehmen wir uns all die Dinge vor, die uns im Laufe des Jahres nicht so wichtig erscheinen. Schaut man auf die Liste mit den Vorsätzen, dann erkennt  man jedoch, dass diese Dinge eigentlich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, Zufriedenheit und das Wohlbefinden hätten. Spätestens wenn man körperlich krank oder depressiv wird, dann lenkt man dagegen ein.

Warum nicht gleich jetzt? Warum warten wir bis morgen, bis zum Wochenende, bis zum Urlaub oder bis zur Pension?

Ein Rebell ist jemand, der etwas bewirken will. Rebel Year steht dafür, dass man sich aktiv für seine eigenen Träume einsetzt und sie mit anderen teilt. Rebel Year steht dafür, dass wir damit sofort beginnen. Mein Leben (Jahr) beginnt nicht im Kalender. Es ist kein Termin den man vereinbart. Das Leben ist eine Entscheidung, die man Hier und Jetzt trifft.

Wenn man einen ehrlichen Blick in den Spiegel wagt, dann erkennt man, dass man nur selbst die Veränderung herbeiführen kann, die man sich wünscht.

Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ Mahatma Gandhi

Kreative Menschen, sind Menschen die etwas zum besseren verändern wollen. Auch Mahatma Gandhi war ein Rebell. Er setzte sich gegen den Rassismus und für die Gleichberechtigung ein. Unser Wirken besteht darin, dass wir uns für ein glückliches Leben einsetzen und diese Lebensweise an unsere Kinder und Enkelkinder weitergeben. Es beginnt immer bei uns selbst.

Mit Rebel Year schaffe ich einen (digitalen) Raum. Es geht darum zu tun, zu spielen, zu wagen und die Erfahrungen zu teilen. Es geht darum den Mut zu haben, die Person zu sein, vor der man sich am meisten fürchtet.

Und deswegen müssen wir den eigenen destruktiven Vorstellungen, die wir von uns haben, einfach mal trotzen und die Bilder unseres Lebens neu gestalten.

Fotos Copyright Lydia Joann in Zusammenarbeit mit mynameismatl

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